Eine gute Führungskraft. Wahrscheinlich gehen die Meinungen dazu etwas auseinander. Es gibt jedoch einige Punkte, die eine Führungskraft zu einer wirklich guten Führungskraft machen. In Zeiten in denen Fachkräfte Mangelware sind, ist es auch für den Chef besonders wichtig, gewisse Fehler zu vermeiden, um gut ausgebildete Mitarbeiter weiterhin zu halten und zu motivieren.

Zufriedene Mitarbeiter sind das A und O für eine motivierte und produktive Unternehmenskultur. Dabei hat die Führungskraft einen wesentlichen Einfluss darauf, wie wohl sich die Angestellten fühlen. Wir haben sieben vermeidbare Fehler zusammengestellt, die am häufigsten zu einer hohen Fluktuation führen.

Konfliktscheue

An dem Arbeitsplatz begegnen wir oft vielen verschiedenen Menschen, dazu zählen oftmals auch eine Menge, mit denen man sich nicht unbedingt in seiner Freizeit treffen würde. Konflikte kommen dabei in jeder Gruppe vor. Sei es zwischen Mitarbeitern und Führungskraft selbst oder innerhalb des Teams. Auch wenn es sich um erwachsene Personen handelt, manche Konflikte werden sich nicht von allein auflösen. Wichtig ist dann, dass die Führungskraft solche Konflikte ernst nimmt und versucht diese produktiv zu lösen. Dazu sollte es generell keine Hemmschwelle für Mitarbeiter sein, sich bei Problemen an den Chef zu wenden. Um eine gute Arbeitsatmosphäre zu gewährleisten, Burn Out und Depressionen zu vermeiden, ist es wichtig, dass solche Konflikte so schnell wie möglich objektiv geklärt werden.

Autonomie von Mitarbeitern

Es gibt Chefs, die haben sich selbst hochgearbeitet, stecken in vielen Prozessen und haben daher große Hemmungen auch mal Aufgaben und Kontrolle abzugeben. Man spricht dann von Mikro-Management. Dass dieser Kontrollzwang jedoch toxisch für die Mitarbeitermotivation ist, ist dabei nur wenigen Führungskräften bewusst. Die verweigerte Autonomie führt allerdings nur zu demotivierten Mitarbeitern, denen das Gefühl von mangelnder Kompetenz vermittelt wird und einer überforderten Führungskraft. Eine mögliche Konsequenz wäre dann, dass sie die Angestellten eine anspruchsvollere Stelle suchen werden.

Kein Feedback vom Chef

„Nicht getadelt ist gelobt genug“? – Wenn der Chef nach dieser Maxime handelt, läuft etwas schief. Zu einer guten Führung gehört auch ein regelmäßiges Feedback. Dieses kann konstruktiv oder auch kritisch ausfallen. Feedback gibt den Mitarbeitern das Gefühl gewertschätzt zu werden. Diese Zeit sollten sich Führungskräfte regelmäßig nehmen, sonst stellen Mitarbeiter ihre Tätigkeit im Unternehmen womöglich ernsthaft in Frage und sehen sich nach einer sinnvolleren Beschäftigung um.

Die Work-Life-Balance

Eine gute Work-Life-Balance ist das Mittel gegen Burn-Out und anderen stressbedingten Erkrankungen. Daher sollten Führungskräfte immer darauf achten, ihre Mitarbeiter nicht zu überfordern und auch Verständnis und ein offenes Ohr für Bedürfnisse außerhalb der Arbeit haben. Dabei können flexible Arbeitszeitmodelle oder Home-Office-Angebote helfen. Die Zeiten, in denen Angestellte ihr gesamtes Privatleben opfern aus Angst, ihren Job zu verlieren, sind lange vorbei.

Richtig Zuhören

Wie auch generell in zwischenmenschlichen Beziehungen ist es wichtig einander zu zuhören. Das gilt für den Chef noch einmal in spezieller Form. Er ist nicht nur dazu da Mitarbeiter zu koordinieren, sondern sollte auch das Gefühl vermitteln ihre Belange ernst zu nehmen und je nach Möglichkeiten darauf einzugehen. Versprechen, die nicht eingehalten werden, Zugeständnisse, die immer wieder aufgeschoben werden oder schlichtweg Täuschung von Mitarbeitern führt schnell zu Frustration und daraus resultierenden Kündigungen.

Mikromanagement

Der Chef ist eigentlich nie für seine Mitarbeiter verfügbar, ständig auf Achse und irgendwie hat man auch eher das Gefühl zu stören? Ein schlechtes Zeichen. Denn wie der Name schon sagt sind Führungskräfte in erster Linie dazu da, ihre Mitarbeiter zu führen. Für die meisten anfallenden Aufgaben wurden schließlich kompetente Mitarbeiter eingestellt. Daher sollten sich Chefs möglichst schnell von dem so genannten Mikromanagement verabschieden und ihren Mitarbeitern auch die Bewältigung der gestellten Aufgaben zutrauen.

Der Mensch im Fokus

Gerade in deutschen Unternehmen zählt häufig Leistung und Umsatz und nur selten der Mensch. Glücklicherweise wird eben dieses Denken langsam aufgebrochen und Mitarbeiter fühlen sich immer öfter auch als Mensch von ihren Vorgesetzen gewertschätzt. Sei es, weil sich der Chef auch mal nach deren Familie oder Hobbys erkundigt oder weil er Mitarbeiter aktiv dabei unterstützt sich zu verwirklichen und weiter zu entwickeln. So fühlen sich die Angestellten nicht nur menschlich wahrgenommen, die Wahrscheinlichkeit, dass sie zu anderen Unternehmen wechseln sinkt dadurch gewaltig.

Auch Führungskräfte sind nur Menschen und können auch Fehler machen, allerdings sollten sie sich der Verantwortung ihrer Position auch bewusst sein und wissen, wie wichtig gut ausgebildete Mitarbeiter für ein Unternehmen sind.
2018 fragte das Online-Portal statista.com 1000 deutsche Arbeitnehmer, was denn einen guten Chef ausmachen würde. Dabei wurde deutlich, eine gute Führungskraft fördert aktiv seine Mitarbeiter, hat ein offenes Ohr und trifft klare Entscheidungen. So können gut ausgebildete Mitarbeiter nicht nur gehalten werden, die Chance, dass sie aus eigener Motivation heraus das Unternehmen vorantreiben, steigt beachtlich.

Was macht einen guten Chef aus?