Die Idee ist eigentlich ganz einfach: eine Holzplatte auf Sitzhöhe mit vier Beinen und fertig ist der klassische Schreibtisch. Er bietet Platz für den Computer, Unterlagen, die Kaffeetasse und oft auch Krimskrams. Daneben kann er für einige noch viel mehr sein: zentraler Bestandteil der Arbeit zum Beispiel. 

Mit der stetigen Weiterentwicklung und Digitalisierung unserer Arbeit verbringen immer mehr Arbeitnehmer ihren Arbeitstag im Büro. Zentrales Element ist dabei in der Regel der Schreibtisch, der kaum wegzudenken ist und selbst beim Shared-Desk-Arbeitsmodell noch immer vorhanden ist, auch wenn ein Tisch von mehreren Arbeitern geteilt wird. Aber seit wann sprechen wir eigentlich von einem Schreibtisch?

Ein Klassiker mit Ursprung in der Antike

Die ersten Möbelstücke, die an unseren Schreibtisch erinnern, finden sich bereits in Texten aus der griechischen Antike. Genauer gesagt ist dort von einem pluteus (dt. Schutzwand, Brett) die Rede. Wurden zu Beginn einfache Bretter als Schreibunterlage auf die Knie gelegt, gab es schon bald Lese- oder Schreibpult mit einer klappbaren Tischplatte, um darin Schreibutensilien zu verstauen.

Diese Form des Bürotisches hielt sich viele Jahrhunderte lang und wurde bis ins 20. Jahrhundert auch noch in Schulen eingesetzt. Daneben wurden Stehpulte etwa in Klöstern zum Lesen und Schreiben von Texten gebraucht. Von richtigen Schreibtischen konnte man damals jedoch noch nicht reden. Lange Zeit gab es keinen Unterschied zwischen Wohn-, Ess- oder Arbeitsmöbeln. Tische wurden universell eingesetzt.

Im Stehen Arbeiten: keine Erfindung der Neuzeit

Beliebt waren auch Stehpulte, etwa in Klöstern, um zu Lesen und zu Schreiben. Erst mit der Aufklärung und mit dem damit verbundenen Durst nach Wissen, stieg die Zahl der Arbeitszimmer mit festen Schreibtischen. Bekannte Persönlichkeiten pflegten ihren Schreibtisch und einige sind bis heute erhalten. Darunter Machthaber, Wissenschaftler, berühmte Philosophen oder Autoren. Zum Beispiel war der Schreibtisch des amerikanischen Präsidenten im Oval Office ein Dankesgeschenk der britischen Königin Victoria und wurde 1880 an 19. US-Präsident Rutherford B. Hayes. Er ist bis heute der Arbeitsplatz des amtierenden Präsidenten.

Viele Schreibtische = ein Büro

Das Wort „Büro“ entstammt dem französischen Wort „bureau“ und dieses leitet sich wiederum von „Bure“ ab, womit der Filz auf den Schreibtischplatten gemeint war. Dieser hatte die Funktion die Tischplatte zu schonen und zudem auch die Handgelenke zu wärmen. Da in Räumen zu früheren Zeiten auch schon mal kühle 14°C herrschten, bestand schon früher die Gefahr einer Sehnenscheidenentzündung bei Büroarbeitern.

Ende der 1960er Jahre eroberten die Bildschirmterminals die Arbeitswelt und geeignete Arbeitsplätze mussten her. Man beschäftigte sich immer mehr mit der Ergonomie des Menschen und der optimalen Arbeitsumgebung. Damit änderten sich auch die Schreibtische und die Tischplatten ließen sich gesundheitsschonend einstellen. Auch der Bürostuhl wurde den neusten Erkenntnissen angepasst und erhielt eine einstellbare Rückenlehne.

Der Werkstoff macht’s

Bis ins 20. Jahrhundert hinein wurden Schreibtische üblicherweise aus Massivholz hergestellt. Nach und nach kamen dann Tische mit Spanholzplatten auf. Weit verbreitet waren bis in die 1940er Jahre künstlerisch gestaltete Tische, etwa mit Einlegearbeiten aus Schildplatt oder Perlmutt, um den Status des Besitzers wieder zu geben. Danach setzte die Fokussierung auf das Wesentliche auch beim Schreibtisch an. Dabei war es auch hier das Bauhaus, welches einen erheblichen Einfluss auf die Bürogestaltung hatte. Die Kombination von einem Gestell aus Stahl oder Aluminium in Kombination mit einer Holzplatte ist bis heute in den meisten Büros vertreten.

Seit den 1960er Jahren wurde es zudem üblich, die Oberflächen von Büromöbeln mit einer robusten Kunststoffoberfläche zu versehen. Mittlerweile werden täuschend echte Holzdekore verwendet, die optisch und haptisch an den natürlichen Werkstoff heranreichen. Dabei aber eine viel bessere Haltbarkeit besitzt und so langlebige Büromöbel geschaffen werden können.